17.08.2013 - 17.700 Kilometer

Wir folgen der Seidenstraße durch ein gewaltiges Tal, das Kirgistan mit China verbindet und das sowohl wegen der geringen Steigung über Hunderte von Kilometern als auch wegen der ständigen Präsenz von Flüssen seit Urzeiten als Handelsstraße genutzt wird. Genauer gesagt, sind wir auf dem Weg von At Bashy nach Kashgar.

Dem Tal in seiner endlosen und einsamen Weite folgend sind auf der Suche nach unserer "Reisegruppe", mit der wir uns die Kosten für den obligatorischen Guide für China und Tibet teilen werden: einem Paar mit einem Bremach-Expeditionsmobil aus Deutschland und einer Schweizer Familie in einem Landrover. Als Treffpunkt unmittelbar vor der Einreise haben wir die alte Karawanserei Tash Rabat ausgeguckt, 140 km vor der Grenze und unendlich abgeschieden in einem malerischen Seitental gelegen. Ursprünglich im 8. Jhd. von Christen gegründet, diente das malerische Bauwerk am Berghang ab dem 11. Jhd. den Kaufleuten und Reisenden als Zuflucht vor Schneestürmen und Banditenüberfällen.

Versuch einer Einreise

Vor der Einreise nach China steht die Ausreise aus Kirgistan. Wir sollen uns am Posten um 8 Uhr einfinden, leider wird von 8 bis 9 Uhr zunächst Frühstückspause gemacht, und zwar von der gesamten Grenzer-Belegschaft. Wir folgen dem Beispiel, packen Brot und Honig aus. Pünktlich um viertel nach 9 werden von den beiden Autoinhabern jeweils 50 Dollar verlangt, wegen "Gütertransports". Es dauert amüsante 30 Minuten und einige durchdringende Telefongespräche mit Vorgesetzten, bis die Sache geklärt ist und es KEINE 50 Dollar von niemandem gibt. Der Schalter wird geöffnet und wir bekommen die Ausreisestempel.

Ja, und irgendwann am Nachmittag kommt dann endlich unser Guide Ramon eingetrudelt und wir können passieren. Der Bremach-Fahrer ist ganz besonders sauer auf ihn, leicht negative Schwingungen begleiten die Begrüßung. Die chinesische Grenzstation liegt 100 km weiter südlich, Thomas und ich können Ramon davon überzeugen, dass wir vor und nicht hinter seinem Bus und somit mehr oder weniger frei fahren können. Seine Sorge gilt dem Umstand, dass wir noch keine Versicherung hätten. (Die haben wir schon seit Tadschikistan nicht mehr.)

 

Kommentare   

0 #1 Marco 2013-08-17 18:48
Spannender Berich, ich hoffe, irgendwann kann ich das gleiche mal Erleben.
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