Wir brauchen Wasser, der Tank ist so gut wie leer. Tankstellen haben hier keine Wasserhähne wie bei uns in Europa, und auffällig viele Kamele statt wasserverschlingender Kühe und Pferde lungern auf der Straße herum. Trockene Steppe, soweit das Auge reicht, kein grünes Blatt zu sehen. Dafür wird in jedem auch noch so kleinen Kaff - die so ca. alle 90 km entlang der Strecke auftauchen - das kasachische Familienauto gekärchert, was das Zeug hält. Am zweiten Waschsalon, an dem wir halten, haben wir Glück, der Kärcher wird abgekoppelt und der triefnasse Besitzer füllt uns den Tank, immerhin halbvoll. Preis: ein Beutel Kirschen aus Aserbaidschan, übers Meer gerettet.

 

Ohne Probleme passieren wir die iranische Grenze in Astara und fahren auf den aserbaidschanischen Zoll zu. An den wartenden LKWs kommen wir größtenteils vorbei, aber irgendwann ist Schluß damit, die LKWs haben sich völlig ineinander verkeilt, und so müssen wir nun warten, dass wir langsam mit nach vorne gespült werden. Wie in einem großen Raum mit vielen Menschen, die alle nach draußen drängen durch eine kleine Tür, die immer nur einen ausspuckt.

Unsere erste Etappe endet in Pfronten bei Krustenbraten in dunkler Biersoße. Großartiger Anfang. Tagsdrauf kriechen wir nach Samnaun herauf, um dort günstig Diesel zu bunkern. Mit knapp 20 km/h schnuffelt unser "Bube" die steilen Serpentinen hinauf und später auch wieder herunter, denn knapp acht Tonnen schieben recht ordentlich.  Auf nach Saumnau - Winterwonderland

 

Es folgt eine beschleunigte Berichterstattung. Schließlich muß ich mal mit Susanne gleichziehen, die das Fezbuk pflegt und schon deutlich weiter ist.

Ein kleiner Rückblick.

Wie berichtet, führen wir zum ersten Mal eine Gruppe über die Seidenstrasse. Schon aus eigenem Interesse hatten wir dazu einen Erste-Hilfe-Workshop an unserem Kennenlern-Wochenende organisiert. Nachdem wir von dem Erste-Hilfe-Kurs vor unserer ersten Seidenstraßen-Reise 2013 so entäuscht waren (gelangweilte Führerscheinneulinge, Puppe aufblasen, Pflaster kleben und pusten), folgten wir dem Tipp von Freunden und wandten uns an die Johanniter. Die waren sofort bei der Sache, wollten alles wissen über Reiseroute, Höhenprofile, Krankheiten und medizinische Vorkenntnisse in der Gruppe und hatten uns dann in enger Abstimmung ein maßgeschneidertes Programm zusammengestellt.

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