Die Nachtigall singt im Gebüsch neben uns und der Kuckuck ruft - wie jeden Morgen bisher am Issyk Kul See. Schon um 9 Uhr sind es angenehme 28 Grad in Kirgistan, ein perfekter Tag, um mal wieder die Wäsche zu machen. Warmwasser mache ich im Wagen heiß, kippe Biowaschmittel rein (ich glaube jetzt mal, was auf dem Etikett des teuren Zeugs steht …), das Spülwasser anschließend kommt aus dem See. Thomas werkelt am LKW rum und fettet die Kette an der Yamaha. Das Frühstück fällt mager aus, wir sind noch voll von unserem Hochzeitstag-Essen gestern.

 

Kurzer Dialog in der Zeit der Vorbereitung:
„… vielleicht sehen wir dort ja auch Schneeleoparden!“
„Hunderte von Forschern traben jahrelang durch die Berge und suchen vergeblich Schneeleoparden, und da willst Du Schneeleoparden finden?“

Es gibt wieder Benzin! Und an fast jeder Tankstelle Diesel. In Usbekistan mussten wir zur Benzinbeschaffung noch nächtliche Taxiaktionen zu irgendwelchen Hinterhöfen starten, um an den begehrten Sprit zu gelangen. Da so gut wie alle Vehikel dort mit Gas bewegt werden, machte sich auch der Diesel sehr rar. Große Tanks waren ein echter Vorteil, der Rest lief eben über konspirative Kontakte.

 


Vorab gesagt, für „nur“ fünf Stunden. Aber die hatten es schaufel- und hebetechnisch in sich. Bei uns geht´s einfach nicht ohne Matsch und Schraubenschlüssel … Aber bevor wir davon berichten, wollen wir euch von unserer Begeisterung für Kirgistan erzählen. Abgesehen davon, dass wir uns bemühen, uns gut um die Aggregatzustände von Motorrad und LKW zu kümmern, finden wir auch eine Menge wunderschöner Plätze, die uns bei unserer Reise vor vier Jahren noch verborgen geblieben waren.

Wir brauchen Wasser, der Tank ist so gut wie leer. Tankstellen haben hier keine Wasserhähne wie bei uns in Europa, und auffällig viele Kamele statt wasserverschlingender Kühe und Pferde lungern auf der Straße herum. Trockene Steppe, soweit das Auge reicht, kein grünes Blatt zu sehen. Dafür wird in jedem auch noch so kleinen Kaff - die so ca. alle 90 km entlang der Strecke auftauchen - das kasachische Familienauto gekärchert, was das Zeug hält. Am zweiten Waschsalon, an dem wir halten, haben wir Glück, der Kärcher wird abgekoppelt und der triefnasse Besitzer füllt uns den Tank, immerhin halbvoll. Preis: ein Beutel Kirschen aus Aserbaidschan, übers Meer gerettet.
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