... wird aus dem Maulbeerbaum ein Seidenkleid - Karl Simrock.

Tja, das Fergana-Tal. Zweimal hatten wir bereits Usbekistan bereist, aber dieses riesige Tal im Norden des Landes war für uns noch ein weißer Fleck auf der Landkarte. Viel hatten wir von dem Tal gehört: fruchtbares Land in der trockenen Steppe, interessante Landschaften. Wir empfinden es dann etwas anders: die Bäume voller Obst, aber keine Obstverkäufer. Plattes Land mit Monokulturen von Baumwollplantagen, von denen wir wissen, dass sie Unmengen an kostbarem Wasser verschlingen.

 

Die Nachtigall singt im Gebüsch neben uns und der Kuckuck ruft - wie jeden Morgen bisher am Issyk Kul See. Schon um 9 Uhr sind es angenehme 28 Grad in Kirgistan, ein perfekter Tag, um mal wieder die Wäsche zu machen. Warmwasser mache ich im Wagen heiß, kippe Biowaschmittel rein (ich glaube jetzt mal, was auf dem Etikett des teuren Zeugs steht …), das Spülwasser anschließend kommt aus dem See. Thomas werkelt am LKW rum und fettet die Kette an der Yamaha. Das Frühstück fällt mager aus, wir sind noch voll von unserem Hochzeitstag-Essen gestern.

 


Vorab gesagt, für „nur“ fünf Stunden. Aber die hatten es schaufel- und hebetechnisch in sich. Bei uns geht´s einfach nicht ohne Matsch und Schraubenschlüssel … Aber bevor wir davon berichten, wollen wir euch von unserer Begeisterung für Kirgistan erzählen. Abgesehen davon, dass wir uns bemühen, uns gut um die Aggregatzustände von Motorrad und LKW zu kümmern, finden wir auch eine Menge wunderschöner Plätze, die uns bei unserer Reise vor vier Jahren noch verborgen geblieben waren.

 

Kurzer Dialog in der Zeit der Vorbereitung:
„… vielleicht sehen wir dort ja auch Schneeleoparden!“
„Hunderte von Forschern traben jahrelang durch die Berge und suchen vergeblich Schneeleoparden, und da willst Du Schneeleoparden finden?“

Es gibt wieder Benzin! Und an fast jeder Tankstelle Diesel. In Usbekistan mussten wir zur Benzinbeschaffung noch nächtliche Taxiaktionen zu irgendwelchen Hinterhöfen starten, um an den begehrten Sprit zu gelangen. Da so gut wie alle Vehikel dort mit Gas bewegt werden, machte sich auch der Diesel sehr rar. Große Tanks waren ein echter Vorteil, der Rest lief eben über konspirative Kontakte.

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